Silvias kleines Glück

Seit ihrer Kindheit hatte Silvia eine große Liebe: Pferde. Sie lag, seit sie zehn war, ihren Eltern mit dem Wunsch für ein eigenes Pferd in den Ohren, doch die finanziellen Mittel der Familie ermöglichten eine solche Anschaffung nicht. Dafür ermöglichten sie Silvia Reitstunden auf einem Leihpferd. Auf dem Rücken dieses Pferdes verbrachte sie die glücklichsten Stunden ihrer Jugend.

Der Traum vom Reiten

Als Silvia schließlich aus dem Elternhaus auszog, bewahrte sie ihre Liebe zu den Pferden. Mit ihrem Job als Kassiererin hatte sie zwar nie viel Geld übrig, doch für eine wöchentliche Reitstunde legte sie immer genügend auf die Seite. Es war ihr Lichtblick der Woche, der sie in so mancher dunklen Stunde motivierte.

Dies änderte sich, als Silvia ihre Tochter Tannya bekam. Ihr Salär musst nun plötzlich für zwei reichen und so war nicht mehr genug Geld für Reitstunden übrig. Kinderkleider, Familienausflüge und andere Dinge benötigten jeden letzten Cent und sie war froh, wenn sie überhaupt genügend Geld für den Alltag hatte. Das Reiten war nun zu einem bloßen Traum geworden.

Das große Glück

Wann immer Silvia einen Euro auf die Seite legen konnte, kauft sie mit diesem ein Lotterielos. Sie wusste zwar, dass die Chancen sehr gering sind, doch es war ihr ebenso bewusst, dass sie ohne einen Gewinn wohl nie wieder auf dem Rücken eines Pferdes sitzen würde. Die Hoffnung, einmal den Jackpot zu knacken, trieb sie an und motivierte sie im Alltag.

Eines Abends, als Silvia nach einem harten Arbeitstag auf dem Sofa saß, wurden tatsächlich ihre Zahlen gezogen. Der Gewinn hat ihr Leben verändert. Sie muss sich heute keine Sorgen mehr um alltägliche Ausgaben machen. Trotzdem ist sie ihrem bescheidenen Lebensstil treu geblieben und sie arbeitet bis heute an der Kasse im Supermarkt. In der Freizeit schwingt sie sich aber nun auf ihr eigenes Pferde, das sie in einem luxuriösen Stall untergebracht hat.